"Die lange Zeit des Wartens ist seit letzter Woche vorbei." - Sichtlich erleichtert berichtet Carsten Daub von dieser ersten Probe im Freien. Ein bisschen Land in Sicht für den Vorsitzenden der Siegerländer Bergknappenkapelle Niederschelden, die am vorigen Donnerstag erstmals nach der Corona-Auszeit wieder zusammen musiziert hat. Möglich war das auf dem Parkplatz de Firma AMKON; an diesem Donnerstag wird sogar wieder eine Probe im Knappen-Zuhause, dem Volkshaus, stattfinden. Von Woche zu Woche hangeln sich Vereine wie die Bergknappenkapelle durch ein Labyrinth der verordneten Möglichkeiten, fühlen sich mal gut unterstützt (so lobt der Knappen-Vorsitzende ausdrücklich das Ordnungsamt der Stadt Siegen), mal passabel informiert (der Volksmusikerbund NRW leitet die Informationen des Landes regelmäßig weiter), mal aber auch verunsichert.Seit die Länder über Lockerungsmaßnahmen entscheiden und nicht mehr der Bund, so jedenfalls die Wahrnehmung, haben die Angaben eine recht geringe Halbwertzeit. Was vor ein paar Tagen noch gegolten hat, gilt nicht mehr, oder wieder doch?!

Auch wenn die Musikerinnen und Musiker gerade eine Auszeit nehmen müssen, dann sind sie verstärkt zu Hause aktiv - im Homeoffice!

Die Bergknappen haben sich den "Bergmannsgruss" von Michael Klostermann ausgesucht um ihr treues Publikum zu grüssen. Bleibt gelassen und bleibt gesund! Die Musikerinnen und Musiker spielten alle das Stück und jede/r für sich alleine zu Hause, erstellten davon eine Videoaufnahme mit dem Smartphone, um dann ihrem Dirigenten Sven M. Hellinghausen das Ergebnis für die Haupt- und Fleissarbeit zu senden.

Zunächst mussten alle Tonspuren zusammengeführt und abgemischt werden, schon das war eine Riesenaufgabe, denn erst wenn man ein solches Projekt angeht, merkt man selbst wie schwierig es doch ist die Tonstimmung und das Tempo passend zu bekommen. Und mal ganz ehrlich: Habt ihr euch schon einmal aufgenommen und dann angehört? Probiert es einfach mal aus.

Nun fehlt noch das passende Videobild. Auch hier ist es ein riesiger Aufwand mit den üblicherweise vorhandenen Computerprogrammen ein Multiscreen-Video zu basteln. Da geht wirklich Stunde um Stunde ins Land.

Dafür noch einmal herzlichen Dank an alle Beteiligten. Der "Megadank" gebührt jedoch Sven M. Hellinghausen.

Hier kommt nun das Ergebnis. Viel Spass mit dem "Bergmannsgruss"
Glück auf!

Auch an der dritten Aktion "Musik am Fenster" während den Ausgangs- und Versammlungsbeschränkungen wegen der Corona Krise haben sich wieder Musiker*innen der Siegrländer Bergknappenkapelle Niederschelden beteiligt. Unter anderem wurden am 5. April 2020 die "irischen Segenswünsche", auch bekannt als "Möge die Strasse uns zusammenführen" dargeboten.

Was machen Musikerinnen und Musiker wenn sie weder proben noch auftreten dürfen? Klar, sie machen Musik, aber etwas anders als gewohnt.

Zu einem internationalen Muliscreen Video hatte der Dirigent der Bergknappenkapelle Niederschelden Musikanten aus England, Schottland und Deutschland eingeladen. Die Akteure waren schnell überzeugt, blieb doch der Löwenanteil der Arbeit direkt an Sven M. Hellinghausen hängen. Er sammelte die einzelnen Videos um sie zu synchronisieren und zusammenzustellen. Das Ergebnis kann sich hören und sehen lassen.

Beteiligt waren die Orchester "German Winds" (Deutschland, Ltg. Sven M. Hellinghausen), die "Coquet Concert Band" (England, Ltg. Andy Taylor) und die "Edinburgh Concert Band" (Schottland, Ltg. Sarah Cunningham). Die Musikanten der Orchester konnten sich bereits im Rahmen der Konzertreise "Scotland and the Boarders Tour 2019" des von Hellinghausen geführten Projekt Orchesters "German Winds" kennenlernen.

Auch der Komponist von "Felton Memories", Kane McLean, ist kein unbekannter. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich kein geringerer als Sven Hellinghausen, der hier seinem Freund Andy Taylor (Solo Saxophon) dieses Musikstück widmete.

Von den Bergknappen waren dabei: Natürlich der Dirigent Sven M. Hellinghausen, Olaf Roth (Querflöte) sowie Carmen Radermacher, Jürgen "Schnickes" Schneider und Werner Schönau (alle Klarinette).

Am Sonntag, den 22. März 2020 um 18.00 Uhr war dann auch im Siegerland das "Freude schöner Götterfunken" von Beethoven zu hören. Mal leise mitgesungen, mal auf dem Klavier, mal auf der Klarinette und auch bei unseren Zwergknappen so gut es nach bislang wenigen Übungsstunden ging. Es wurde musiziert, mal als Familie oder alleine. Wer sich freilich auf die Anregung (unter anderem) des Volksmusikerbundes NRW einließ und diese Mutmach-Hymne mit sich und der Welt teilte, dem oder der ging es in diesem Augenblick ein bisschen besser angesichts dessen, was uns alle unter dem Stichwort "Corona" gerade in Atem hält und mit Sorgen belastet.