Sven M. Hellinghausen und „German Winds“ begeistern in Nordengland und Schottland

Mit dem Ziel, musikalische Netzwerke in ganz Europa zu schaffen, brachen 50 Musiker aus ganz Deutschland zu einer Reise nach England und Schottland auf. Neben dem Dirigenten und Organisator Hellinghausen waren noch weitere sechs Musiker aus dem Siegerland mit am Start. Von der Bergknappenkapelle Niederschelden Olaf Roth (Flöte), sowie die Klarinettisten Jürgen Schneider und Werner Schönau, von der MG Eiserfeld/Wilnsdorf Christian Schmidt am Baritonhorn sowie Andreas Büdenbender (Alt Saxophon) und Timo Müller (Schlagzeug) von der Musikkapelle Salchendorf.. Sven Hellinghausen hatte das Orchesterprojekt „German Winds“ nach der erfolgreichen Konzerttour zu Papst Franziskus im Jahr 2017 als festes Orchester gegründet. Die „Scotland and Borders Tour 2019“ sollte nun ihr erstes Ziel werden.Borders Tour 28

Für drei Konzertorte in Großbritannien wurden drei Partnerorchester gefunden, um gemeinsam zu Musizieren und Kontakte zu knüpfen.
Beim ersten Konzert in der englischen Hafenstadt Newcastle Upon Tyne fand man die „Alnwick Playhouse Concert Band“ als musikalischen Partner. Gemeinsam gestalteten beide Orchester einen unvergesslichen Konzertabend in der altehrwürdigen Kathedrale in Newcastle. Mit drei Alphörnern spielten sich beide Orchester in die Herzen der zahlreichen Zuhörer, die mit ihrem Eintrittsgeld ein lokales Hospiz unterstützen.

Gemeinsam präsentieren sie den von Kane McLean komponierten Marsch „Alnwick Castle“ dem  sehr interessierten Publikum. Das bekannte Schloss in Northumbrien, das auch für Filmaufnahmen z. B. für „Harry Potter“ bekannt ist, war bereits zuvor vom Orchester besucht worden – einschließlich der Aufführung des Marsches in der „Great Hall“ des Schlosses, die eigentlich der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

Gaelle 1

Die Konsulin der Bundesrepublik Deutschland, Manuela Wendler, nahm das Musikstück entgegen und überreichte es dem Duke von Northumberland.
Ein weiteres Highlight war die Mitwirkung des Komponisten Norbert Gälle. Sein „Böhmischer Traum“ erklang mit beiden Orchestern und seiner Unterstützung am Baritonhorn in Newcastle.

Bereits einen Tag später gastieren die Musiker aus ganz Deutschland in der bekannten „Greyfriars Kirk“ in Edinburgh. Mit der Edinburgh Concert Band spielten sie ein weiteres, speziell für den Anlass komponiertes Stück von McLean: „The Royal Mile“.

Dieses Klangstück über die bekannteste Straße der Stadt wurde dem Bürgermeister von Edinburgh, Lord Provost Frank Ross, überreicht und wird einen Ehrenplatz im Stadtarchiv an der Royal Mile erhalten.

Auch ein zweites Stück erfuhr seine Premiere: Dirigent Sven M. Hellinghausen hatte vor 10 Jahren das Musikstück „Greyfriars Bobby“ komponiert – die Erzählung über die Treue eines Hundes zu seinem Herrchen. Der Name „Bobby“ ist untrennbar mit Edinburgh verbunden und „die Partitur wird ihren Platz in Greyfriars Kirk finden“, wie Lord Provost Ross verspricht.
Mit der Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Barbara Quick, fand das Konzert ein weiters Mal eine besondere Anerkennung durch eine deutsche Würdenträgerin.

Ein drittes hoch emotionales Konzert fand im schottischen Innerleithen statt – gemeinsam mit der St. Ronan´s Silver Band, einer BrassbandHP Borders 1, die mit sechs Dudelsäcken musizierte. „Tränenreich und hoch emotional waren freilich alle drei Konzerte“ bekennt Reisekoordinatorin Carmen Radermacher, die die Gruppenreise organisatorisch und mit viel Herzblut betreute. Doch beim Klang der Dudelsäcke haben alle Tränen in den Augen gehabt – Gäste wie Einheimische.

Trotz eines eng getakteten Terminplan war Platz für den Besuch malerischer Orte wie Alnwick Castle oder Bamburgh Castle.

„Nicht das Wetter, sondern das Klima ist wichtig“, stellt Dirigent Sven Hellinghausen fest und meint damit den engen Zusammenhalt aller Musiker während der Orchesterreise.

Reißende Flüsse, die mit dem Bus zu durchqueren waren, das Überqueren des kilometerlangen Demonstrationszuges für die schottische Unabhängigkeit im starken Regen in Edinburgh zu Fuß und mit Instrumenten und andere Wetterkapriolen hat das Orchester in bester Teamarbeit gemeistert.
„Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft geworden – menschlich wie musikalisch“ freut sich Baritonist Christian Schmidt (Musikgemeinschaft Eiserfeld Wilnsdorf) währeHP Borders 2nd er grinsend an der Glocke der kleinen schottischen Parish-Church zieht. Da keine Röhrenglocken parat standen, hatte das Orchester kurzfristig improvisiert und unter dem schallenden Applaus der schottischen Gäste die vorhandenen Kirchenglocken genutzt.

Ein unvergessliches Highlight war der gemeinsame Ceilidh, den die Edinburgh Concert Band als Abschluss für ihre neuen Freunde aus Deutschland veranstaltet hatte: In einem stilvollen Ambiente tanzten alle Musiker miteinander zu Livemusik und verschmolzen auch persönlich zu einer untrennbaren Einheit. „Das Konzept ist vollständig aufgegangen“ freut sich der stolze Organisator.

Auf die Frage, was nun kommen soll, hüllt sich Hellinghausen noch in ominöse Umschreibungen. Geplant sei eine weitere Orchesterreise im Jahr 2021 zu einem europäischen Ziel. Selbstverständlich aber auch der Gegenbesuch der britischen Orchester im kommenden Jahr – „in jedem Fall mit anschließendem Ceilidh!“